Kajakfahren auf der Ina – gemeinsam für einen sauberen Fluss

Juli 10, 2023

Am 2. Juli 2023 organisierte die Stadt Goleniów einen Protest gegen die Vergiftung des Flusses Ina in Form einer “schwarzen” Kajaktour. Die Teilnehmer – Einwohner von Goleniów und Freunde des Flusses sowie Vertreter der Stadtverwaltung, Kommunalpolitiker und Unternehmer – trafen sich am Ufer des Flusses, um ihre Empörung über die Umweltkatastrophen zum Ausdruck zu bringen, die sich im Laufe der Jahre im Einzugsgebiet dieses schönen Flusses wiederholt ereignet haben.

In diesem Jahr führte die Einleitung von Abwässern in die Ina, die durch den fehlerhaften Betrieb der Kläranlage in Stargard verursacht wurde, zu einem Fischsterben auf einer Strecke von rund 60 Kilometern des Flusses. Das Ausmaß der Katastrophe kam vor allem für diejenigen überraschend, die täglich mit der Ina zu tun haben, so wie z.B. kleine Unternehmen , die vom Potenzial des Flusses leben, oder Organisationen die Renaturierungsmaßnahmen in ihrem Einzugsgebiet durchführen.

Zu der letztgenannten Gruppe gehören Rewilding Oder Delta und unsere Partner Organisation auf der polnischen Seite des Stettiner Haffs, der Verein Freunde der Flüsse Ina und Gowienica. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Partnern wie der Gemeinde Goleniów zusammen, sowie der Westpommerschen Technischen Universität (ZUT), der Universität Stettin, der Wasser- und Forstverwaltung, dem Polnischen Anglerverband, dem Grüne Verband “Gaia”, der Westpommerschen Naturgesellschaft (ZTP) und der Regionaldirektion für Umweltschutz in Stettin (RDOŚ). Zusammen setzen wir Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Ina und ihrer Nebenflüsse durch. Dazu gehören:

– Beseitigung von Hindernissen für die Fischwanderung, z. B. Wehre, Dämme usw.;
– Verbesserung der Artenvielfalt im Flusseinzugsgebiet durch Wiederherstellung von Stromschnellen und Laichplätzen in der Ina und ihren Nebenflüssen;
– Anpflanzung von Bäumen entlang des Flusses;
– Bau von kleinen touristischen Infrastrukturen;
– jährliche Müll-Sammelaktionen mit der örtlichen Bevölkerung.

Diese Aktivitäten waren in den letzten Jahren dank der Unterstützung der Baltic Sea Conservation Foundation (BALTCF), European Outdoor Convservation Association (EOCA) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) möglich.

Angesichts der langjährigen Aktivitäten zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Einzugsgebiets der Ina und zum Wohle der lokalen Bevölkerung verurteilen wir die Verschmutzung des Flusses im Juni auf äußerste. Solche Vorfälle, die sich bei jedem größeren Niederschlagsereignis wiederholen, wirken sich negativ auf die langjährige Arbeit der lokalen Gemeinschaft und der mit der Region verbundenen Organisationen aus.

Aus der Perspektive des Rewilding ist ein gesunder Fluss nicht nur ein natürliches Gut, sondern auch eine Grundlage für die lokale Wirtschaft. Eine natürliche und saubere Ina ist zudem lieferant für zahlreiche Ökosystemleistungen. Dazu gehört der Naturtourismus (z. B. Angeln, Kanufahren, Naturfotografie), die Regulierung des Landschaftswasserhaushaltes, eine nachhaltige Landwirtschaft sowie die Reduzierung von Nährstoffeinträgen und CO2-Emissionen.  

Wir hoffen, dass die Aktion in Goleniów dazu führt, dass die Entscheidungsträger konkrete Maßnahmen für einen wirksamen Gewässerschutz ergreifen, der sich auf das gesamte Einzugsgebiet der Ina erstreckt, und dass wir alle wieder den Charme eines der schönsten Flüsse Pommerns genießen können.

Weiterführende Informationen:

Text: Magdalena Urlich
Übersetzung: Nina Breck

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