Was wir tun

Solvin Zankl/Rewilding Europe

Was wir tun

Das Rewilding Oder Delta Gebiet erstreckt sich auf einer Fläche von 450.000 ha, wovon 70.000 ha die Wasserflächen des Stettiner Haffs ausmachen. Unsere Arbeit fokussiert sich auf die Kerngebiete Peenemündung und die Ueckermünder Heide. Zudem haben wir vor allem die Flüsse Ina und Gowienica im Fokus und arbeiten in den umliegenden Waldregionen der Gollnower Heide und in den Offenlandschaften des Stettiner Haffs. Mit neuen Projekten dehnen wir unsere Aktivitäten zunehmend auch auf die Insel Usedom, das Swine Delta und den Camminer Bodden mit dem Rozwarowo Moor aus.

 

Dabei widmen wir uns vor allem den folgenden Aufgaben:

Den Rewilding-Ansatz erklären

 

Rewilding ist ein noch wenig bekannter Ansatz, der Probleme des Naturschutzes im größeren landschaftsbezogenen Kontext betrachtet. Zusammen mit Bewohnern und Landnutzern wollen wir zeigen, welche Vorteile Rewilding für Natur und Mensch bringen kann.

Dazu müssen wir politische Weichenstellungen ändern, damit die Idee von Rewilding in regionale und lokale Entwicklungsstrategien eingebettet werden kann. Wesentliche Einflussfaktoren liegen hier insbesondere im Bereich der EU-Subventionen. Deshalb arbeiten wir daran, die Subventionen für Landwirtschaft und Fischerei stärker auf die Naturschutzbelange auszurichten. Auch in Hinblick auf den Infrastrukturausbau geht es darum, darauf zu achten, dass auf die ökologischen Rahmenbedingungen Rücksicht genommen wird. Ein integraler Bestandteil von Rewilding ist die Wiederherstellung von Ökosystemen. Mit der UN Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen und der neuen EU Biodiversitätsstrategie 2030, die einen EU-Plan zur Wiederherstellung der Natur vorsieht, können wir auf eine breite politische Unterstützung unserer Arbeit zählen. Erfahren Sie mehr zu unserem Aufruf zum Handeln für ein wilderes Europa!

Delta lands near Swinousczje, Poland

 

Beaver (Castor fiber) in the Peene valley, Peene river, Anklam, Germany

Lebensräume renaturieren und vernetzen

 

Flüsse sind die Lebensadern des Oder Deltas. Gleichzeitig transportieren diese Zuflüsse große Mengen an Schadstoffen in das Haff, wodurch die Fischbestände bedroht werden.

Darüber hinaus macht sich der Klimawandel mit anhaltenden Dürreperioden oder heftigen Regen bemerkbar. Regulierte und kanalisierte Flüsse sind hier ein doppeltes Problem. In Trockenphasen fehlt Wasser, so dass Auenbereiche trockenfallen und ein sinkender Grundwasserspiegel negative Auswirkungen auf umliegende Wald- und Landwirtschaftsflächen hat. Bei Starkregen hingegen schwellen die regulierten und eingedeichten Flussläufe übermäßig an und verursachen teils katastrophale Überschwemmungen.

Der Erhalt natürlicher Flussläufe im Oder Delta ist uns besonders wichtig, weil diese den Wasserhaushalt in der Region regulieren, Nährstofffrachten mindern, wichtige Laichgründe für die unterschiedlichsten Fischarten bieten und bedrohte Lebensräume schützen. Zudem stellen sie mitsamt den Auen wichtige Wanderkorridore dar, etwa für den Wolf und Elch, und bieten auch dem Menschen wertvolle Naherholungsgebiete.

Die Rückkehr der Wildtiere

 

Im Zentrum Europas gelegen, bietet das Oder Delta großräumig zusammenhängende und weitgehend dünn besiedelte, störungsarme Landschaften, in denen sich Wolf, Elch und Biber, aber auch Seeadler wohl fühlen. Das Oder Delta bietet großen Wildtieren mit seinem bunten Landschaftsmosaik von Küste und Lagune, großflächigen Mooren und Wiesen, dichten Wäldern und ursprünglichen Flusstälern, genau die Vielfalt an weitläufigen Lebensräumen, die für eine stabile Populationsentwicklung nötig sind. 

Doch verschiedenEinflüsse wie die Zunahme von touristischer Infrastruktur, der Ausbau von Autobahnen und Pläne für Industrieansiedlungen sowie ein noch unzureichendes Bewusstsein in der Bevölkerung, führen zu einer Gefährdung der erfolgreichen Rückkehr vieler Tierarten.

Der entspannte Umgang der Menschen mit Wolf, Elch und Wisent in Polen ist uns ein Beispiel. Unsere Arbeit soll sicherstellen, dass eine ungestörte Wanderung dieser Tiere weiterhin möglich ist und sich die Bestände im Oder Delta grenzüberschreitend entwickeln können. 

European bison, Bison bonasus, Drawsko Military area, Western Pomerania, Poland

 

Hotel in Stolpe at the peene river, Germany

Nature hide close to Ivonas B&B, Kopice, 72-112 Stepnica, Polen

Naturnahe Wirtschaft

 

Wer abseits der Tourismusströme Usedoms und Wollins ein außergewöhnliches Naturerlebnis sucht, ist hier genau richtig. Nur wenige Kilometer südlich der überfüllten Ostseestrände erschließt sich dem Besucher ein ungeahnter, teils unberührter Naturschatz. Noch sind die touristischen Angebote für eine sanfte, naturschonende Erkundung des Gebietes rar. Auf deutscher Seite gibt es bereits einige gute Beispiele, insbesondere im Peenetal. Auf polnischer Seite dominiert noch die Idee einer touristischen Intensivierung mit dem Bau zahlreicher Marinas und der Erschließung des Gebietes mit Ferienhäusern und Erlebnisangeboten. Gute Beispiele wie die Nature Guides Network und Oder Delta Safaris sind noch selten.

Wir wollen den Tourismus im Oder Delta im Einklang mit dem Naturschutz nachhaltig entwickeln und setzen dabei auf qualitativ hochwertige Naturführungen, aber auch auf die Förderung lokaler und ökologischer Produkte und nachhaltiger Mobilität.

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